Online-Angebote im Drei-Stufen-Test

Gastbeitrag für epd medien

12. Oktober 2010

Dreistufentest

Wie ermittelt man im Rahmen des sogenannten Dreistufentests die marktlichen Auswirkungen öffentlich-rechtlicher Online-Angebote? Dieser Frage gingen Jan Blume und Prof. Dr. Lars Harden gemeinsam mit Rechtsanwalt Dr. Tobias Gostomzyk und Prof. Dr. Gabriele Siegert in einem Gastbeitrag für epd medien nach.

Ausgangslage und Ziele

Die Online-Angebote des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wurden 2009 und 2010 allesamt dem sogenannten Drei-Stufen-Test unterzogen. Die Rundfunkräte der ARD-Anstalten, der Fernsehrat des ZDF und der Hörfunkrat des Deutschlandradios mussten prüfen, ob die bestehenden Telemedienangebote den gesetzlichen Grundlagen entsprechen. Dabei stand insbesondere die Frage im Mittelpunkt, in welchem Umfang jedes einzelne Angebot in qualitativer Hinsicht zum publizistischen Wettbewerb beiträgt.

Vorgehen

Zur Beantwortung dieser Frage wurden im Jahr 2009 mehr als 40 Gutachten erstellt, unter anderem auch von aserto, zusammen mit Rechtsanwalt Dr. Tobias Gostomzyk und Prof. Dr. Gabriele Siegert, Medienökonomin an der Universität Zürich. Das Autorenteam hat die Gutachten für das Deutschlandradio , Radio Bremen und den Saarländischen Rundfunk erstellt.

Ergebnisse

In einem Beitrag für epd medien fassen sie ihre Schlussfolgerungen zu den Gutachten im Drei-Stufen-Test zusammen. Sie sehen darin den Test

  • als interdisziplinäre Herausforderung, die eine Zusammenarbeit von Juristen, Kommunikationswissenschaftlern und Medienökonomen erfordere und darüber hinaus
  • als Grundlage zur sinnvollen Ermittlung von sowohl publizistischen als auch marktlichen Auswirkungen von öffentlich-rechtlichen Telemedienangeboten. 

Besonderes Augenmerk legen die Autoren auf eine publizistische Analyse der betroffenen Medienmärkte:

  • Eine allein auf marktliche Auswirkungen fokussierte Analyse greife zu kurz.
  • Bei öffentlich-rechtlichen Angeboten (und insbesondere bei den großen Bestandsangeboten) seien immer auch negative Auswirkungen auf private Konkurrenten anzunehmen.
  • Der Schwerpunkt des Tests müsse deshalb vor allem auf der Begründung des publizistischen Mehrwerts der öffentlich-rechtlichen Angebote liegen – und zwar in Abwägung mit den marktlichen Auswirkungen.
trenner grid_9

Ihr Ansprechpartner:

Jan Blume

+49 (511) 27 94 65-0

info@aserto.de

trenner grid_3
trenner grid_3